Work life Balance

(for English scroll down)

Die berühmte work life balance ist in aller Munde, doch was steckt genau dahinter? Ist es ein Trend von dem jeder spricht und hinter dem sich die Kollegen der Anästhesie so gerne verstecken…schließlich will ich eine ausgeglichenen work life balance haben….so die meisten auf die Wahl der Fachrichtung angesprochen. Doch was macht man, wenn einem außer der Chirurgie nicht viel einfällt, wenn das einzige , was man machen will ist im OP-Saal zu stehen und zu operieren und man sich nichts langweiligeres vorstellen kann als sich auf der falschen Seite der Blut-Hirn-Schranke zu befinden? Muss man da seine Vorstellung von der work life balance schon beim Vorstellungsgespräch begraben?

Bei den vielen Diensten und langen Arbeitszeiten ist es sicherlich schwierig noch von erfülltem Privatleben und Freizeit zu sprechen. Wie viele Verabredungen muss man doch platzen lassen, weil man noch im OP feststeht, wie viele Familienfeiern verpasst man, weil man an dem Wochenende Dienst hat und wie oft muss man das Training absagen, weil man es nicht rechtzeitig aus der Klinik schafft? Ich denke dies sind Szenarien in denen sich jeder wiedererkennt….dennoch, ich denke mit einigen Abstrichen ist auch in der Chirurgie eine ordentliche work life balance machbar.

Was nämlich auch zu einem erfüllten Leben gehört ist ein Job, der einem Spaß macht. Und mir macht operieren unglaublich Spaß (zugegebenermaßen nachts um drei tendiert der Spaßfaktor gegen null) und die täglich neunen Herausforderungen erfüllen mich, so dass ich gar nicht dazu komme mich zu langweiligen…ein bore out ist somit nicht möglich…

Aber was ist mit einem burn out? Wir sind täglich enormen Druck ausgesetzt: die OP sollte gut werden und der Patient hoffentlich ohne Komplikationen überleben, wobei wir gar nicht alles selbst in der Hand haben, die Stationsarbeit will erledigt werden, Patienten und Angehörige fordern ihr Recht auf ein Gespräch, der Brief ist noch nicht fertig, geschweige denn der OP Bericht, die Studenten wollen ausgebildet werden und administrative Arbeiten suchen auch noch ihr Zeitfenster und forschen sollte man eigentlich auch noch……das kann schon ganz schön viel werden, dazu nie eine richtige Pause, da der Funker oder das Telefon immer dabei sind und jederzeit der wohlverdienten Pause ein Ende setzen können. Aber wie schaffe ich es mich davon nicht allzu sehr stressen zu lassen???

Schwierig! Ich habe mal den Satz gelesen: „done is better than perfect“. Da ist was dran…manchmal kommt es nicht darauf an mit seinem OP Bericht den Pulitzer Preis zu gewinnen, sondern er muss einfach nur geschrieben werden…und dies lässt sich zumindest in einige Bereiche übertragen, wenn auch nicht in den OP Saal, denn da kann eine Kleinigkeit, die nicht perfekt ist, einen ganzen Rattenschwanz hinterher ziehen, der letztendlich zu einer schwerwiegenden Komplikation führt.

Sich in seiner Freizeit Freiräume schaffen und diese gut nutzen ist mein einziger Tipp. Das dies nicht einfach ist weiß ich selber…hatte meinen eigenen Tiefpunkt im Winter 2013, als ich dachte ich müsste mich in meiner neuen Rolle als Oberärztin beweisen. „Hmmm..heute hab ich nen OP freien Tag, die Arbeit ist soweit erledigt, es ist 16.30Uhr, ich könnte heimgehen…….aber nein, ich kann doch jetzt noch nicht heimgehen, was wenn noch einer was von mir will, oder es der OA-Kollege nicht rechtzeitig aus seiner OP kommt um sein Kolloquium zu machen, vielleicht muss ich das übernehmen, oder wenn gar der Chef auf die Idee kommt mich anzufunken und ich bin nicht mehr da…“ also blieb ich, zu tun ist ja immer was! Ich glaube ich brauche nicht zu betonen, dass die meisten dieser „what if`s“ nie eingetreten sind…. auch die OA Dienste stressten mich: was wenn ein Notfall kommt, den ich nicht managen kann, was wenn ich die falsche Entscheidungen treffe?

Dies alles führte dazu, dass ich abends völlig erschossen heimkam und es gerade noch so aufs Sofa schaffte. Ich musste ja schließlich für den nächsten Arbeitstag Kraft tanken. Sport???? Auf gar keinen Fall, ich bin viel zu müde….. na ja, in dieser Lethargie kann man schon Tag für Tag und Woche für Woche hängen bleiben! Doch irgendwann war Schluss!

Ein Kollege von mir hatte einen Schlaganfall mit Mitte 40 und ich konnte mich in meiner Lethargie auch selbst nicht mehr leiden. Also änderte ich was…ich fing mit kleinen Schritten an, ging abends wenigstens noch 20min joggen, oder machte Krafttraining vor dem Fernseher und so langsam aber sicher wurde ich aktiver…..das Fitnessstudie hat mich inzwischen nicht mehr nur als Karteileiche, sondern als aktives Mitglied wieder, auch auf dem Beach-Volleyball Platz wurde ich im Sommer öfter gesichtet. Und umso mehr ich machte, umso leichter fiel es mir und ich glaube ich brauche es auch nicht zu betonen, dass man in einem fitten Körper auch die Belastung einer stundenlangen OP vor allem nachts besser meistert.

Auch der Vorsatz die Wochenenden mit einem Kurztrip ab und an zu nutzen und mein Sozialleben auch unter der Woche zu beleben hat gut geklappt…was soll´s wenn ich im OP abends festhänge, dann komme ich halt später zum Cocktailabend mit den Mädels, aber Hauptsache ich komme. Auch nach dem Motto:“ life begins outside your comfort zone“, habe ich viele neue Dinge ausprobiert, wie Crossfit oder Yoga und es war es definitv wert.

Es ist also möglich…..auch wenn ich nicht behaupte, dass es einfach ist, aber wenn man dabei ist wird man es nicht bereuen! Inzwischen schaffe ich es auch an den wenigen Tagen, an denen es möglich ist um 17 Uhr zu sagen…toll, Arbeit ist fertig, ich geh jetzt nach hause…und glaubt mir, wenn wirklich einer was von euch will, findet er Mittel und Wege und eure Handynummer ;-)…

Work life Balance

Work-life balance is on everyone’s lips, but what exactly is it? It´s a trend you hear of everywhere and behind which the colleagues of anesthesia like to hide … I want a good work-life balance…so most of them say when asked about the choice of discipline. But what do you do if you can´t imagine another job than surgery, if the only thing you want to do is to stand in the operating room and to operate and you can`t imagine anything more boring than to be on the wrong side of the blood-brain barrier? Do you have to burry the idea of ​​work-life balance at your first interview?

With so many on-calls and long working hours, it is certainly difficult to get it all: a fulfilled private life and time for all your hobbies. How many appointments did you have to cancel, because you are still in the operating room, how many family events did you missed because you had to work at the weekend and how often did you have to cancel your workout, because you couldn´t make it in time? I think these are scenarios every surgeon knows …. nevertheless, I think with a few drawbacks it is feasible to have a proper work-life balance….even as a surgeon.

I guess the most important thing of a good work-life balance is a fulfilling job that you enjoy doing. For me, this means standing in the operating room (admittedly at 3am the fun factor tends to zero) and to conquer new challenges every day… a bore out is not possible …

But what about a burn out? We are exposed to tremendous pressure every day: the operation has to be good and the patient should survive hopefully without complications, which we do not always have in our hands, the ward work has to be done, patients and relatives demand their right of a conversation, the discharge letter is not ready yet, let alone the operation report, the students want to be educated and administrative tasks are also looking for a time slot and don´t talk about research …… this can get pretty tough, you never have a real break, because the bleep or phone is always with you and is always able to put an end to the well-deserved break. But what can one do to not totally stress out?

Difficult! I once read the sentence: „Done is better than perfect“. There’s some truth to that … sometimes it does not matter if your operation report will win the Pulitzer prize, it just has to be done … and at least in some areas this quote can be used, but not in the operating room because there one little thing that is not perfect can draw a whole rat tail behind which ultimately leads to serious complications.

Create some time for yourself and use it well is my only advice. This is not easy, I know … I hit my rock bottom in winter 2013 when I thought I had to prove myself in my new role as consultant. „Hmmm…today I don´t operate, I cleared my desk, it is 16.30Uhr, I could go home ……. but wait, I cannot go home yet, what if someone wants to reach me, or my consultant colleague does not make it in time out of surgery to got to colloquium, maybe I have to fill in, or what if the head of department needs something from me and I am no longer there …“ So I stayed, there is always something to do! I think I don´t need to emphasize that most of these „what IF`s“ never occurred …. the on-calls stressed me: what if an emergency comes up, I can not handle what if I make the wrong decision?

All of this was responsible that I collapsed on my sofa the minute I got home, workout? No way, I’m too tired ….. well, in this lethargy you really can get stuck day in and day out! But there was a turning point for me!

A colleague of mine had a stroke in his mid-40s and I could no longer stand my lethargy. So I needed to change … I started with small steps, went jogging in the evening at least for 20 minutes, or made strength training watching television and so slowly but surely I became more active ….. my fitness center had me back as an active member, and in summer I was seen more often on the beach volleyball court. And the more I did, the easier it got and I don´t need to emphasize that a fitter body can handle hours of surgery much better.

My set intention to go on more weekend trips and to revive my social life during the week worked out well … so now if I am stuck in the operating room in the evening, I’ll join the girls later for cocktails, but at least I`ll join them. After the motto: „Life begins outside your comfort zone,“ I have tried many new things, such as Crossfit and yoga and it was definitely worth it.

To have a good work life balance as a surgeon? It is possible ….. although I do not pretend that it is easy and I am working on it every single day! But for now, on the few days when it is possible to leave work early… I think: great, work is finished, I’ll go home!… and trust me, when someone really wants to contact you, they will know your mobile number ; -) .

I can`t get no sleep…..

…sorry, dass ich momentan so auf Tauchstation bin, aber irgendwie kommt der Schlaf aktuell etwas zu kurz. Nachdem ich das Wochenende quasi durchgehend im OP verbracht habe…thank god I survived….geht mein Dauerdienst weiter. Hoffe das nächste Wochenende wird etwas ruhiger, so dass ich endlich mal ausgiebig von meinen spannenden Erlebnissen in Kapstadt berichten kann. Bis dahin alles Liebe!

I can`get no sleep

….not because I worry so much (too exhausted for that), but with being in the OR literally 24/7 at the weekend, sleep was definitely coming short. More on calls for me this week, but fingers crossed that next weekend will be better! I hope I find time to tell you all about my exciting stay in Cape Town!

Outfit of the day

IMG_0278

Pullover with pearl collar: Nice connection, shiny jeans: Sportalm, shoes 1: Timberland, shoes 2: See by Cloè, coat: Toni Gard, bag: Rabeanco 

Hier eine schöne Kombi, die sich nach der Arbeit ganz einfach zum After-Work Party Outfit umgestalten lässt. War auch gut für die Fashion Week geeignet ;-).

Great outfit, that you can easily convert to an after-work party outfit. Also suitable for Berlin Fashion Week ;-).

 

 

Shoes, shoes, shoes

Das Thema Schuhe ist ein Besonderes…über nichts habe ich mir glaube ich in punkto Bekleidung in der Klinik mehr Gedanken gemacht. Angefangen hat alles mit Sneakern…diversen Sneakern!

In meiner Anfangszeit habe ich natürlich die weißen Hosen angezogen, die mir die Klinik stellte…schrecklicher Schnitt und viiiiieeel zu kurz. Als ich das beim Einkleiden anmerkte sagte mir die nette Wäschefrau nur, das gehört so, wir wollen nicht, dass die Hose auf den Schuhen aufliegt, da stößt sie nur ab. HÄÄÄÄÄ!?! Was is´n das für nen Argument…sind Hochwasserhosen etwa besser!?!

Nun gut, ich hab sie angezogen. Daher konnte ich meine Individualität nur mit T-Shirts und Schuhen ausdrücken…nun gut, dachte ich mir, dann muss es halt zusammen passen.

Anstatt der Regel der Gürtel muss zu den Schuhen passen, hieß es bei mir, das Shirt muss zu den Schuhen passen. Da ich recht viele Oberteile in allen erdenklichen Farben hatte, mussten nun auch Sneakers in allen erdenklichen Farben her. Von pinken Nikes, über rote Miss Sixties, zu braunen oder gelben Pumas…ich hatte alles. Hier mal ein Foto von einigen….habe nicht mehr alle….

IMG_0197

Ich habe im Januar zu arbeiten begonnen, daher kam im Sommer die nächste Entscheidung…neue Schuhe…daher ging es weiter mit verschiedenen Ballerinas.

Das ist bis heute geblieben, ich finde Ballerinas sind eine tolle Variante und es gibt sie auch mit Gummisohle, so dass sie auf dem Gang nicht so laut sind.

IMG_0198

Da sind wir auch schon beim nächsten Problem: Schuhe mit Ledersohle oder gar Absatz in der Klinik?

Ehrlich gesagt weiß ich es immer noch nicht genau. Am Anfang war für mich klar dass ich auf jeden Fall „leise“ Schuhe anziehen möchte, da ich denke, dass es für die Patienten nicht allzu angenehm ist, wenn die ganze Zeit jemand auf dem Gang auf und ab stöckelt. Daher gilt auch heute noch für mich, dass ich vorwiegend Schuhe mit Gummisohlen anziehe. Aber mit der Zeit und mit dem steigenden Anteil von weiblichen Kolleginnen änderte sich das in unserer Abteilung. Plötzlich klapperte es überall auf den Gängen. Ich finde dies manchmal doch befremdlich, aber manchmal beneide ich sie auch um ihre Selbstverständlichkeit.

Stiefel zu Hosen oder auch zu einem Strickkleid finde ich ja toll…plötzlich sind Jeans und ein einfacher Pulli schnell aufgewertet. Allerdings ist es nicht das einfachste zwischen den OP`s. Unsere OP´s dauern ja meist doch recht lange, so dass ich das Problem nicht allzu häufig am Tag habe. Aber was mache ich, wenn ich zwischen den OP´s kurz mal raus gehe um was zu essen oder zu erledigen? Die Scrubs bleiben kurz an, der Kittel geht drüber, aber was ist das? Stiefel zu Scrubs????

Ich glaube nicht… das sieht doch zu komisch aus. Daher muss man sich entweder für die kurze Zeit komplett wieder anziehen, was einem kostbare Zeit von der eh schon zu kurzen Pause raubt, oder man platziert sich ein paar Sneakers im Spind, die zu solchen Gelegenheiten zum Einsatz kommen. Meine sind bislang meine uralten weißen Kangoroos…..aber jetzt wo ich drüber nachdenke…wollte die schon lange mal austauschen…an Sneaker Alternativen mangelt es bei mir nämlich nicht ;-).

Auch Wedges sind super in der Klinik…man ist etwas größer und somit mit dem ein oder anderen Kollegen auch mal auf Augenhöhe, und sie sind „leise“ :-). Ich besitze gleich zwei paar, ein Paar von Kennel&Schmenger und eins von Ash…ich liebe beide <3. Hier hat man das gleiche Problem mit den Scrubs wie bei den Stiefeln, da die komischen blauen Hosen einfach zu kurz sind….aber auch hier kommen meine Universalsneaker zum Einsatz.

Mit dem aktuellen Trend der flachen Schuhe finde ich es immer einfacher passende Schuhe zu finden, die ich auch in der Klinik trage. Von Brogues über Sneaker bis hin zu Chelsea Boots oder auch Overknee Stiefeln…..alles ist möglich :-).

Shoes, shoes, shoes

Shoes are a special… there is hardly anything I thought more about in terms of dressing in the hospital. It all started with sneakers … a LOT of sneakers!

At the beginning I wore the white trousers provided by the hospital….they had a terrible cut and were way to short, as I immediately mentioned to the nice dressing woman. But she just told me, that they are supposed to end above the shoes so that they wouldn´t wear off. WHAT!?!

Well there was no negotiation with that part of my outfit, that left it all to the shirt and the shoes to express my individuality.

Instead of the rule that the belt must match the shoes, I created a different one: the shirt has to match the shoes. As I had quite a lot of shirts in every imaginable colour, I now needed sneakers in every colour. From pink Nikes to red Miss Sixties to brown or yellow Pumas … I had them all. Here is a photo of some of them…. I don´t have them all any more….

IMG_0197

I started to work in January, so once summer was coming, the next decision in the shoe department was pending…… so I went for various ballet flats.

This has remained up to day, I think ballet flats are a great option and they are also available with rubber sole, making no noise in the hallway.

IMG_0198

Here we have the next problem: shoes with leather soles or even heels in the hospital?

Honestly, I still do not know. In the beginning I was sure to opt for „quiet“ shoes, because I think it might not be too pleasant for the patients if someone teeters up and down the hallway. That kept till today, I mainly wear shoes with rubber sole.

But with time and with the increasing number of female colleagues that attitude changed in our department. Suddenly it rattled around in the hallways. I still find it strange, but sometimes I envy their nonchalance.

Boots with pants or a knit dress are always a great option … jeans and a simple sweater are upgraded quickly. However, it is not the easiest in between operations. Our opertions take quite long, so I don´t face the problem often during the day. But what if I want to go outside the operating area to grab something to eat or to deal with a patient….the white coat goes over the scrubs….but what is that? Boots with scrubs????

I don´t think so … it looks too funny. Therefore, you either have to change completely for a small amount of time cutting your break short or you leave some sneaker in your locker to go with the scrubs.

Wedges are another great alternative for the hospital … it makes you slightly taller meeting some of your colleages at eye level and they are „quiet“. I own two pair, a pair from Kennel & Schmenger and one from Ash … I love them both <3. But there is the same problems as with boots, but again the universal sneakers come in handy.

With the ongoing trend of flat shoes I find it easier and easier to find suitable shoes that I wear in the hospital. From brogues to sneaker and Chelsea boots or overknees ….. everything is possible ☺.